Motorrad

Schon als Kind träumten wir einmal mit dem Motorrad auf der Route 66 durch Amerika zu fahren.

Wir: Das waren mein Cousin 2 Freundinnen und ich. Was man mit 13 so alles träumt. Später mit 18 machte ein jeder von uns den Motorradschein.
Ich kaufte mir mit 19 mein erstes Motorrad. Eine Kawasaki EN500. Eine Chopper.
1 Jahr später dann der Aufstieg auf eine Yamaha XV1100 Virago. Wieder Chopper.
Ich muss aber erwähnen mein 1. Moped war eine Yamaha DT50M. Also der ganz kleine Bruder der XT.

Mit der Virago war ich gerne und viel unterwegs. Meist alleine. Nach einigen Jahren wurde die Maschine dann aus Zeitmangel im Jahr 2001 verkauft. Außerdem hatte ich die Schnauze voll vom alleine fahren.
2010 wollte ich mir dann ein „Moped“ für das fahren zur Arbeit zulegen und kam nach einigen Recherchen auf die XT600. Meine mir von Gott zugemutete glaubte wirklich ich kauf mir ein Moped. Die machte vielleicht einen Zirkus.
Meine Kriterien zum Kauf waren folgende.

  • Günstig in der Anschaffung
  • Einfach zu reparieren und warten
  • hohe Zuverlässigkeit
  • ein gewisser Kultstatus
  • Waldweg Tauglichkeit
  • und natürlich eine ausreichende Leistung

Mein Preislimit lag damals bei €2.000,- Also machte ich mich auf die Suche. Ich habe mir einige XTs im Internet angesehen und eine davon im Mühlviertel. Die XT stand ziemlich perfekt da. Preis war auch in Ordnung. Aber wie der Zufall so will fand ich schließlich meine XT keine 2 Km entfernt von mir.
Baujahr 2001
angebliche 3.500km
€2.000,-
optisch Note 2-3, was bedeuten soll der Lenker war verbogen und der Lack am Tank ausgebessert.
Motorisch nicht ganz O.K. Augenscheinlich der Vergaser durch die lange Standzeit verharzt.

Egal. Gesehen, Probegefahren, und viel zu teuer gekauft.

Zuhause dann das große Schrauben. Vergaser ausgebaut.(keine leichte Arbeit) und gereinigt. Half aber nicht.
Der Motor wollte nicht so recht und der Verbrauch lag bei 7 Liter/100km. Es sollte sich nach einigen Fahrversuchen herausstellen: Die Lehrlaufgemischschraube war extrem verstellt.
LLGS ganz in den Vergaser und dann 1 1/2 Umdrehung wieder raus und das Moped lief wie geschmiert. Später noch ein Ölwechsel und die Ventile eingestellt und fertig war das Service.

So fuhr ich dann fast 2 Jahre in die Arbeit und am Wochenende hin und wieder mal eine kleine Runde. Im 1. Jahr war ich auch mal am Großglockner mit dem Moped. Dann andere Arbeit und keine Zeit mehr. Das Moped stand 1 1/2 Jahre im Freien ohne von mir beachtet zu werden. Kurz bevor ich es abmelden wollte erfuhr ich, dass einige meiner Freunde sich Motorräder zugelegt haben.
Nun sind im Freundeskreis 2 XTs, 2 Teneres und eine Kawasaki KLR. Also man kann behaupten so ziemlich alles das selbe.

Mein Plan mit meiner XT: Aufbauen zum Reisemotorrad und noch mindestens 80.000 km fahren damit.
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So war bis in den Herbst 2015 der Plan.

Jetzt haben wir Mai 2016 und ich habe mir ein neues Motorrad gekauft. Eine Africa Twin BJ. 1996. Tolles Motorrad und hoffentlich wirklich so unzerstörbar und langlebig wie ich im letzten halben Jahr recherchiert habe.

Es sind Gepäckträger und Koffer montiert. Die Benzinpumpe ist neu und auch ein Rehoiler ist schon bestellt.

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Meine neue. Africa Twin RD07a

2 Zusatzscheinwerfer sollen noch montiert werden und der Tankrucksack wird auch einen dauerhaften Platz finden.

  • Jetzt mit einem Tachostand von ~19.000km sieht die XT aus als hätte sie die ersten 100.000km schon hinter sich.
    Nach einigen kleinen Modifikationen wie dem Einbau eines Kettenölers und mit dem Harald (so heißt mein Schaffell) auf dem Sitz ist sie ganz gut Reise-tauglich.
    Gewaschen und geputzt wird sie nur von Mutter Natur.
    Heuer im Winter wird sie natürlich wieder geserviced und außerdem werden Packtaschen von Ortlieb montiert.

    • Packtaschen sind noch keine drauf, dafür hab ich die Reichweite mit einem 23l Acerbis Tank erhöht. Hab den Tank von einem netten Kontakt aus dem XT600 Forum gekauft.
      Das Motorrad sieht jetzt wieder um Jahre jünger aus.

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